Sonntag, Mai 20, 2018

In Frankreich steht "Hey Süße!" jetzt unter Strafe – News vom 20. Mai 2018

1. Das Magazin Neon berichtet darüber, dass in Frankreich Bösartigkeiten wie "Hey Süße" seit dieser Woche unter Strafe stehen, damit "Frauen keine Angst haben, sich frei auf der Straße zu bewegen". Die Redaktion freut sich: "Finden wir gut".

"Neon" soll ab dem 18. Juni mangels Auflage eingestellt werden. Damit kann man sich ein Stückchen freier im Zeitschriftenhandel bewegen, ohne Angst vor ideologischer Belästgung haben zu müssen: Finde ich gut.



2.
Aus 1300 wurden 3670 Franken: Im Falle eines Genfer Ehepaars hat das Bundesgericht am Donnerstag einen neuen Grundsatzentscheid zum Betreuungsunterhalt gefällt. Demnach soll der Ex-Partner, der die Kinder betreut, Alimente in Höhe des Existenzminimums erhalten.


Hier geht es weiter. Der Artikel berichtet auch wie der Dachverband der Schweizer Vater- und Männerorganisationen "männer.ch" auf das Urteil reagiert.



3. Auch Lucas Schoppe von "Man Tau" fängt jetzt an, Listen zu erstellen.

Samstag, Mai 19, 2018

Duden berät über Aufnahme des Gendersternchens – News vom 19. Mai 2018

1.
In drei Wochen ist es soweit: Am 8. Juni will der Rat für deutsche Rechtschreibung, der die amtliche Schreibweise von Worten festlegt, sich bei seiner Sitzung in Wien mit "geschlechtergerechter Schreibung" befassen. Mit auf der Tagesordnung steht das Gendersternchen.


Hier geht es weiter.



2. Zehn Jahre nach Douglas Wolfspergers Film "Der entsorgte Vater" hat ihn die Schwäbische Zeitung dazu interviewt.



3. Der Footballstar Reuben Foster wurde von seiner Ex-Freundin der häuslichen Gewalt bezichtigt. Jetzt beichtete sie, gelogen zu haben: "Ich wollte ihn fertigmachen."



4. Sexuelle Belästigung? Wieder einmal gab es in den "sozialen Medien" einen Aufruhr um nichts.



5. Gestern berichtete Genderama über den aktuellen Fall des Golfstars Lucas Glover, der Opfer häuslicher Gewalt durch seine Partnerin wurde. In meinem Blogbeitrag hieß es auch:

Von unserem Qualitätsjournalismus dürfen solche Männer schließlich ohnehin nur mit spöttischen Kommentaren rechnen. "Lucas Glover wird sich beim nächsten Golfturnier sicher mehr anstrengen" twitterte beispielsweise die Mittelbayerische Zeitung. Klar: Wenn eine Frau verprügelt würde, weil ihr Mann findet, dass sie die Wohnung nicht sauber genug geputzt hat, würde die Mittelbayerische natürlich auch hämisch twittern, dass die Betreffende sich beim nächsten Mal sicherlich mehr anstrengen werde ...


Die Mittelbayerische Zeitung hat nach meiner Kritik diesen Tweet entfernt. Man findet nur noch die Erinnerung daran auf Google. Wenn es nur immer so einfach ginge ...

Freitag, Mai 18, 2018

Vom Jugendamt zu einer Mörderin gesteckt – News vom 18. Mai 2018

1. Österreichs "Kurier" schildert eine erschütternde Lebensgeschichte, die man im Original lesen sollte.



2. Über häusliche Gewalt gegen den Golfspieler Lucas Glover berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter der Schlagzeile "Mein Mann, der Verlierer", die so wirkt, als ob man dem Gewaltopfer noch einen Schlag mehr mitgeben wollte. Und natürlich muss, wenn ausnahmsweise überhaupt ein männliches Opfer der Erwähnung wert ist, die Falschbehauptung voran geschoben werden, um eine sexistische Ideologie aufrecht zu erhalten: "In von Gewalt belasteten Beziehungen sind es meist die Männer, die ihre Frauen schlagen." Ohne solche Relativierungen bewältigen die Redakteure der "Süddeutschen" einen Bericht über ein männliches Opfer offenbar nicht.

Lucas Glover war das Opfer von Gewalt durch seine Partnerin geworden, weil er auf dem Golfplatz nicht die Leistung erbracht hatte, die sie sich gewünscht hatte.

Als Glovers Mutter eingreifen wollte, wurde auch sie beschimpft und verprügelt. Die Polizisten, die Glover gerufen hatte, gaben zu Protokoll, dass sie sich zur Festnahme entschlossen, als sie sahen, dass Glover am rechten Arm verletzt war und seine Mutter aus mehreren Platzwunden an beiden Armen blutete. Glover hat den Beamten nach deren Angaben erzählt, seine Frau habe den ganzen Tag über Alkohol getrunken. Der Festnahme versuchte sie sich zu widersetzen, unter anderem, indem sie sich schreiend mit den Beinen an die Autotür klammerte. Als sie schließlich im Wagen saß, soll sie gebrüllt haben: "Das ist der Grund dafür, warum Polizisten ins Gesicht geschossen wird."


Bemerkenswert ist, dass Glover, kaum dass seiner Frau Handschellen angelegt wurden, plötzlich behauptete, "es sei alles nicht so schlimm gewesen", und "tatsächlich habe er gar keinen Streit mit seiner Frau", um die Festnahme zu verhindern..

Zugleich habe Glover aber ausgeführt, dass seine Frau ihn ständig so behandele, ihn regelmäßig als Verlierer beschimpfe und drohe, ihn mit den Kindern zu verlassen, wenn er schlecht spiele.


Eben weil Männer so eine große Angst haben, sich als Opfer von Partnerschaftsgewalt zu outen, machen sie in den von Feministinnen gerne zitierten Kriminalstatistiken lediglich 30 statt wie in Dunkelfeldstudien 50 Prozent der Opfer aus.

Von unserem Qualitätsjournalismus dürfen solche Männer schließlich ohnehin nur mit spöttischen Kommentaren rechnen. "Lucas Glover wird sich beim nächsten Golfturnier sicher mehr anstrengen" twitterte beispielsweise die Mittelbayerische Zeitung. Klar: Wenn eine Frau verprügelt würde, weil ihr Mann findet, dass sie die Wohnung nicht sauber genug geputzt hat, würde die Mittelbayerische natürlich auch hämisch twittern, dass die Betreffende sich beim nächsten Mal sicherlich mehr anstrengen werde ...



3. Die Post. Zu einem gestern auf Genderama verlinkten Artikel schreibt mir einer meiner Leser:

Die Aussage von Frau Hannack verwundert mich doch sehr. Ich habe in meinen langen Jahren Mitgliedschaft in einer DGB-Gewerkschaft nie Tarifverträge erlebt, die unterschiedliche Bezahlung für Männer und Frauen vorsahen. Ich habe den DGB allerdings wegen solcher Ideologen wie Frau Hannack verlassen. Ich hab was dagegen, wenn Funktionäre den eigenen Verein verleumden. Eine DGB- Funktionärin sollte über Tarifflucht von Firmen besorgt sein und nicht die Ideologie einiger wohlstandsübersättigter Damen in die Gewerkschaften hinein tragen.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Lieber Herr Hoffmann,

ich bin vor etwa einem Jahr auf Ihren Blog gestoßen, als ich mich vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen als Trennungsvater und als jetziger Partner einer sehr klugen Frau, die einen Genderstudiengang absolviert hat und sich selbst als Feministin bezeichnet, sowohl für Feminismus als auch für männerrechtliche Fragen zu interessieren begann. Ich will Ihnen sagen, weshalb mir Ihr Blog gefällt: Ich mag Ihre unaufgeregte Berichterstattung, trotz der vielfältigen Anfeindungen, denen Sie sich offenbar seit geraumer Zeit ausgesetzt sehen. Nun ist eine Presseschau gewiss ein anderes Format als etwa die mit persönlichen Stellungnahmen aufgefüllten Sensationsmeldungen anderer Blogger; da ist bei Ihnen Nüchternheit sicherlich konsequenter durchzuhalten. Aber mir scheint in vielen Fällen - auch und vor allem betrifft das die Kommentarspalten unter den jeweiligen Beiträgen - in der Männerrechtsszene eine Verbitterung vorzuherrschen, die der Sache nicht dienlich sein kann. Selbst kluge Köpfe wie Lucas Schoppe oder Franzjörg Krieg sind vor dem Hintergrund ihrer eigenen Trennungserfahrungen nicht vor dieser Verbitterung gefeit. Da ist es unzweifelhaft von großem Vorteil, dass Sie derartige Erfahrungen nicht teilen und diesbezüglich einen unverstellten Blick pflegen können. Ich möchte Sie ermutigen, weiterhin in diesem Stil und dieser Beharrlichkeit weiterzumachen - für mich persönlich ist beides recht wichtig, um nicht selbst der Versuchung des generellen Verteufelns feministischer Fragestellungen und der Mütterstellung in unserer Gesellschaft zu erliegen.


Ein nüchterner, allenfalls mal sarkastischer Ton fällt einem sicherlich leichter, wenn man so wie ich nur Verleumdung und diskursive Ausgrenzung erlebt hat, statt beispielsweise häusliche oder sexuelle Gewalt oder das Runieren des Kontaktes zu seinem geliebten Kind.

Donnerstag, Mai 17, 2018

Gender-Indoktrination: Große Mühe, ausbleibende Erfolge – News vom 17. Mai 2018

1. Die "Basler Zeitung" berichtet mit Bezug auf einen Artikel der "New York Times", wie sich schwedische Kleinkinder beharrlich sämtlichen Umerziehungsversuchen des Gender-Lagers widersetzen: Die Journalistin der "Times"

erzählt von Lehrkräften, die nie von "Jungen" oder "Mädchen" reden, sondern nur von "Freunden", vom neuen neutralen Pronomen "hen", das anstelle der geschlechtlich eindeutigen "er" und "sie" verwendet wird. Von Spielzimmern ohne Puppen und Autos, von Küchen, in welche Jungen gesteckt werden, obwohl sie lieber herumtoben würden. Aber man erfährt auch, dass die Kinder eine erfreulich gesunde Widerstandsfähigkeit gegenüber den Gender-Dekonstruktions-Versuchen an den Tag legen. Trotz enttäuschter Lehrerin und besorgter Genderexpertin identifizieren sich vierjährige Mädchen immer noch als Mädchen und malen Bilder, auf denen Mädchen an den langen Wimpern und am Make-up zu erkennen sind. (...) Die kindliche Natur ist stärker als alle staatsfeministischen Illusionen.




2. Wenn man Kinder so schwer umerziehen kann, hat man vielleicht bei Erwachsenen mehr Erfolg? Menschen, die das hoffen, haben jetzt eine Software für gendergerechte Drehbücher erstellt:

Jetzt können sich Drehbuchautoren also anzeigen lassen, wie viele Rollen in ihren Manuskripten männlich sind, wie viele Frauen auftauchen und vor allem auch, wer welchen Redeanteil hat. Sie können mit ihrem Entwurf auch direkt den Bechdeltest machen. Der stellt zum Beispiel die Frage: Reden die Frauen auch mal untereinander und wenn ja, sprechen sie nur über Männer oder vielleicht auch mal über relevante Dinge?


Dass Männer als nicht relevante Dinge betrachtet werden, ist in der herrschenden Geschlechterpolitik ja bereits Usus.



3. Bislang verhalten sich erwachsene Frauen allerdings störrisch, statt das zu tun, was Feministinnen von ihnen erwarten:

Wie die stellvertretende Leiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hannack, dem Deutschlandfunk sagte, gibt es DGB-weit nur elf Personen, die Auskunft über den Verdienst von Kollegen gefordert haben. Alle elf seien Männer gewesen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Bundesverband der Arbeitsrechtler in Unternehmen. Präsident Alexander Zumkeller sagte ebenfalls dem Deutschlandfunk, bei Firmen bis 500 Mitarbeitern habe es gar keine Anfrage gegeben. Bei größeren Unternehmen seien es vereinzelte Fälle.


Für Feministinnen, die gewohnt sind, alles und jedes als Bestätigung ihrer Ideologie zu verwerten, dürfte dies allerdings lediglich beweisen, dass das Patriarchat Frauen so sehr unterdrückt, dass sie sich nicht einmal trauen, die extra für sie geschaffenen Rechte zu nutzen.



4. Die Universität Akron muss einen Professor davon abhalten, Frauen bessere Note zu geben, nur weil sie Frauen sind. Vermutlich wird auch dieses Einschreiten der Universität als Beweis dafür gesehen, dass das Frauen unterdrückende Patriarchat sehr lebendig ist.



5. Der Verfasser des Blogs "Lotoskraft" beschäftigt sich aufgrund eigener Erfahrungen mit dem späteren Leben sexuell missbrauchter Jungen. Für einen Auszug habe ich einmal die Passagen heraus gezogen, die konkret Geschlechterpolitik ansprechen:

Dieser spezielle Blick Fürsorgender und Mitleidender auf das Opfersein von Missbrauchsopfern ist vor allem ein politischer Blick, der von jenen Parteien gepflegt wird, die den einzelnen Menschen einzig aus ihrer Hybris heraus, Gerechte zu sein, die wissen, wie die Welt zu retten ist, fokussiert und betrachtet. Diese paternalistische Wahrnehmung der Opfer führt zu ihrer Entmündigung und Instrumentalisierung. Gerade Missbrauchsopfer konnten dies 2010, als die katholische Kirche am Pranger stand, erleben. Damals war es für die Grünen schier essentiell, die katholische Kirche zu denunzieren und skandalisieren, während die, nicht weniger skandalösen Machenschaften der evangelischen Kirche oder anderer Institutionen, darunter die der eigenen Partei, tunlichst unkommentiert blieben. Da zudem Männer in den Augen der Gerechten das privilegierte Geschlecht sind und in patriarchaler Herrlichkeit Frauen unterdrücken, können sie nur Täter sein, selbst dann wenn sie Opfer sind. Außer sie sind multipel divers, so wie ich: missbraucht durch Mutter und Vater, Waisenhäusler, polytoxer Süchtiger, jüdischer und polnischer Abstammung, Bildungsverlierer usf. Dann kann man selbst als Mann wieder unter die politischen Fittiche der Gerechten schlüpfen und sich mit deren Opferabo durchmogeln; sofern man das Maul hält und sich nach ihrem Gutdünken instrumentalisieren lässt; denn das mussten die Opfer, die sich 2010 zu Wort meldeten, zu mehr als 90% übrigens Männer, erst noch erfahren: nichts ist so flüchtig, wie das Interesse der Gerechten am Leid des anderen.

(...) Ein beredtes Beispiel für den gesamtgesellschaftlichen Kontext bei der Wahrnehmung von Kindesmissbrauch ist der Bericht des Journalisten Jörg Schindler von 1999 über die päderastischen Verbrechen an der Odenwaldschule in der Frankfurter Rundschau. Sie interessierten damals niemanden. Erst zehn Jahre später 2010 wurde einem erneuten Artikel von ihm Beachtung geschenkt; denn zu dieser Zeit rückten erstmals Jungen als Opfer von Kindesmissbrauch in das Blickfeld der Medien. Wobei aber auch gesagt werden muss, dass die besondere Situation, dass etwas 95% der Opfer katholisch kirchlichen Missbrauchs Jungen waren, für sich gesehen in den Medien keine herausragende Beachtung fand. Überwiegend wurde dann von Kindern und Kindesmissbrauch berichtet, obgleich es Jungen und päderastische Verbrechen waren.

(...) Opferschutz ist auch heute noch im wesentlichen Mädchenschutz. Dieser Umstand hegt einerseits eine klandestine Opferidentität, die vor allem deswegen belastend ist, weil sie wie ein Bordun – ein tragender Ton – das Leben des männlichen Opfers bestimmt. 28 Jahre dauert diese Abgeschiedenheit mit sich und den ungeteilten Erinnerungen an den erlittenen Missbrauch, bis sich ein als Junge missbrauchter Mann in eine Traumatherapie begibt (...).

Andererseits erschwert dieser Umstand auch die gesellschaftliche Wahrnehmung des männlichen Opfers als Opfer. Wir kennen das Phänomen aus vergangenen Kriegen, als zigtausende von Männern mit einer chronischen PTBS vom Schlachtfeld nach Hause kamen und niemand sich für ihr seelisches Leid interessierte, denn niemand wollte zum kollektiven Trauma noch das viel schlimmere individuelle Trauma wahrhaben. Der einzelne zurückgekehrte Soldat stand somit in einer gesamtgesellschaftlichen – überwiegend weiblichen – Opferkonkurrenz und verlor als das schwächere, weil individuelle Glied in der Leidenskette. Das kollektive Trauma sollte nicht durch das individuelle Trauma diminuiert, konterkariert und somit relativiert werden. Hierdurch aber bleibt die klandestine Opferidentität des einzelnen verborgen und vereitelt eine Lösung aus den damit verknüpften seelischen Belastungen. Die Opfer, speziell die Männer, schweigen, wohlwissend, dass das die Rolle ist, die von Ihnen erwartet wird. Dieserart gesellschaftliche Zurückweisung bildet zugleich auch eine Struktur, die sexuellen Missbrauch insgesamt, und speziell den an Jungen begangenen, weiter ermöglicht.

(...) Doch für den in seiner Kindheit sexuell missbrauchten und misshandelten Mann gibt es bis heute kaum Möglichkeiten, wenigstens als einen ersten therapeutischen Schritt sein Leid zu berichten. Es gibt auch kaum einen Medienbericht, der sich monothematisch mit sexueller Gewalt gegenüber Jungen und Männern befasst. Wann immer darüber berichtet wird, hebt man auch auf den Missbrauch von Mädchen ab, um darauf zu verweisen, dass die Qualen der Mädchen weit häufiger geschehen und somit wohl auch schlimmer seien. – Als wenn 30% missbrauchte Jungen nicht genug Qual bedeuten würde.

Mittwoch, Mai 16, 2018

Offener Brief Professor Gerhard Amendts an Professorin Margrit Brückner

Wie Genderama berichtete, veranstaltet am 22. Mai 2018 das Cornelia Goethe Centrum und das Gleichstellungsbüro der Goethe Universität Frankfurt eine Diskussion als Replik auf den Kongress "Familienkonflikte gewaltfrei austragen". Dieser Kongress der AG Familienkonflikt fand vom 13.-15.4.2018 ebenfalls an der Goethe-Universität statt. Er war von wahrheitswidrigen Behauptungen wie gewaltsamen Störungen begleitet. Nun sendet Professor Dr. Gerhard Amendt folgenden Offenen Brief an die Referentin der kommenden Veranstaltung, Professorin Dr. Margrit Brückner:

Liebe Kollegin Brückner, liebe Margrit,

wir freuen uns, dass der Internationale Kongress "Familienkonflikte gewaltfrei austragen" Mitte April an der Goethe-Universität bereits am 22.5.2018 dort auf Wiederhall stößt. Im Mittelpunkt von familiärer Gewalt sollte in der Tat die Frage stehen wie Gewalt durch professionelle Hilfe eingedämmt und die transgenerationale Weitergabe unterbrochen werden kann.

Für die deutsche Debatte ist es mancherorts ungewohnt, dass Gewalt in Partnerschaften und an Kindern symmetrisch unter Männern und Frauen verteilt ist. Diese Forschungsergebnisse aus den USA liegen seit mehr als 25 Jahren als vielfach replizierte Erkenntnis vor. Das eröffnet den Blick auf die vielen Faktoren und Dynamiken, die zu Gewalthandlungen beitragen. Auch was in Fällen von familiärer Gewalt nicht hilft, ist zwischenzeitlich geklärt; nämlich alles, was aus den neun Beratungsfällen von Pence zu einer Theorie der "patriarchalischen Herrschaft" verallgemeinert wurde und sich zur Methode der Re-Edukation versteinert hat; teilweise begleitet durch gesetzliches Verbot von Psychotherapien für gewalttätige Partner. Darüber hinaus zeigt Re-Education eine hohe Rezidivität (zwischen 40 - 60 %) und Effekte, die wir in den 70er und 80er Jahren als Merkmal von Drehtürpsychiatrie beschrieben haben. Deswegen setzt der Relational turn, der nicht nur bessere Erfolge und Prävention verspricht, an jener Wirklichkeit an, wonach das Glück wie das Unglück in Partnerschaften von beiden gemeinsam hervorgebracht werden. Gewalt ist vor allem ein Beziehungskonflikt und kennt keinen Einzeltäter – sei es ein Mann oder eine Frau.

Wenn die Veranstaltung des Cornelia Goethe Centrums den Blick auf den Relational turn erweitern sollte, so wäre das ein weiterer Schritt vorwärts. Denn unser Kongress hat gezeigt, dass einige überlieferte Annahmen wie projektive Wunschvorstellungen aufgegeben werden müssen, wenn Wissenschaft zur Lösung von Konflikten und nicht zur Idealisierung des einen und Abwertung des anderen Geschlechts beitragen soll. Hier sind die Forschungsergebnisse von Prof. Zeev Winstock, Tel Aviv, Prof. Rachel Dekel, Bar Ilan, und Prof. Amy Slep, New York, besonders aufschlussreich. Sie dokumentieren Ergebnisse der neueren Forschung. Ebenso der Eröffnungsvortrag, in dem ich eine historische Konstante des Geschlechterarrangements skizziere, die das Schweigen der Männer zu eigenen Gewalterfahrungen als Bauteil der geschlechtlichen Arbeitsteilung interpretiert.

Das immer noch nicht erloschene Aufbegehren gegen die empirische Realität symmetrisch verteilter Gewalthäufigkeiten lässt allerdings erkennen, dass die Politik der Schuldzuweisung und feindseligen Polarisierung nur allmählich ein Ende findet. Verbittert an der Suche nach Schuldigen festzuhalten, weist dann eher auf unbewusste Motive oder subkulturelle Konstellationen politischer Borniertheiten hin.

Für die Veranstaltungen weise ich auf unsere Kongressvorträge wie Texte im Handbuch von Hamel/Nicholls: Familiäre Gewalt im Fokus hin.

Möglicherweise werde ich zu der Veranstaltung hinzustoßen.

Mit kollegialen Grüßen,

Gerhard Amendt

PS: Wir werden dieses Schreiben an Personen, Organisationen und die Pressevertreter weiterreichen, die unseren Kongress bereits mit Interesse verfolgt haben.

US-Bildungsministerium untersucht Männerdiskriminierung an Uni Yale – News vom 16. Mai 2018

1. Die Abteilung für Bürgerrechte des US-amerikanischen Bildungsministeriums untersucht Vorwürfe der Männerdiskriminierung, die gegen die Universität Yale gerichtet sind:

Laut einem Schreiben vom 26. April untersucht das Büro für Bürgerrechte des Ministeriums sieben Yale-Initiativen, darunter das Yale Women Faculty Forum, das Working Women's Network, die Yale University Women's Organization und die Yale Women's Campaign School.

Diese Initiativen bieten in unterschiedlichem Maße Stipendien, berufliche Entwicklungsangebote, akademische Möglichkeiten und Sommerprogramme ausschließlich für Studentinnen und Professorinnen, heißt es in der Beschwerde.

Die Untersuchung wurde eingeleitet, nachdem Kursat Christoff Pekgoz, Dozent an der University of Southern California, in einer Beschwerde vom 18. Februar behauptet hatte, dass die Yale-Initiativen den Frauen unfaire Vorteile bieten.

"Die Universität Yale verstößt gegen [das Antidiskriminierungsgesetz], indem sie Programme finanziert und unterstützt, die bei der Aufnahme von Teilnehmern Diskriminierung praktizieren", schrieb Pekgoz in einer Beschwerde an die Abteilung für Bürgerrechte.

(...) In seiner Beschwerde wies er auch darauf hin, dass männliche Studenten zunehmend eine Minderheit auf dem College-Campus darstellen und dass sie aus ethischer Sicht gleichen Zugang zu akademischen Möglichkeiten verdienen.

"Männer sind eine Minderheit an der Universität Yale (48%) und landesweit sind die Einschreibungsraten für Männer sogar noch niedriger (42,8%)," legt er in seinem Brief dar und fügte hinzu, dass "Männer nach ihrer Einschreibung seltener als Frauen das College erfolgreich abschließen".

"Deshalb ist die Bevorzugung von Frauen an Hochschulen irrational und man müsste eigentlich besser entsprechende Maßnahmen für männliche Studenten einrichten", argumentierte er, wiewohl er hoffe, dass diese Angebote stattdessen geschlechtsneutral erfolgen.




2. "Hat die Politik Angst vor Männern?" fragt die "IG Jungen, Männer, Väter" in einer aktuellen Pressemitteilung. Darin heißt es:

Der Familienausschuss des Bundestages, traditionell weiblich besetzt, verwehrt regelmäßig authentischen Männer- und Väterverbänden den Vortrag. Wie soll demokratische politische Willensbildung funktionieren, wenn der Diskurs institutionell verhindert wird? fragt die IG-JMV.

Das Bundesfamilienministerium bietet Hilfsangebote nur für weibliche Opfer häuslicher Gewalt an. Der Koalitionsvertrag sieht die erhöhte Förderung von Frauenhäusern vor, nicht jedoch die Schaffung von allgemeinen Gewaltschutzhäusern auch für Männer.

Seit 2010 finanziert das Bundesfamilienministerium "Internationale Männerkongresse". Auf deren Podien sprechen mehrheitlich Frauen, die Männern Frauenpolitik nahebringen wollen, so aktuell zu erfahren auf der Konferenz ICMEO in Stockholm. Ein Dialog mit authentischen Männerverbänden ist nicht vorgesehen.

Finanzielle Förderungen durch die öffentliche Hand werden ausschließlich Frauenverbänden gewährt – mit Millionenbudgets. Authentische Vertreter der Belange von Männern und Vätern erhalten nichts. Und das, obwohl Gender Budgeting geschlechtergerechte Verteilung vorsieht.

Die IG-JMV kritisiert die Ignoranz der Politik gegenüber zeitgemäßen geschlechterpolitischen Ansätzen. Sie fordert einen Paradigmenwechsel von der institutionellen Männerdiskriminierung hin zu einem von Diversität und Inklusion geprägten Stil. Männerverbände müssen endlich eingeladen und angehört werden. Auf allen Ebenen der Legislative und Exekutive müssen Zuständigkeiten auch für Männer und Väter geschaffen werden.

Die Zeit des ausschließlichen Blickes auf die Bedürfnisse von Frauen sollte vorbei sein.




3. In seinem Beitrag "Die Demokratiefeindlichkeit der Demokratieabgabe" erörtert Lucas Schoppe, wie der aktuelle Skandal um die ARD- und ZDF-Plattform FUNK, Jan Böhmermann und Rayk Anders bereits letztes Jahr ein Vorspiel hatte:

Als vor einem Jahr die FUNK-Feministin Suzie Grime die parteipolitisch beliebte Rede vom "Gender Pay Gap" distanzlos für Jugendliche aufbereitete, machte der You-Tuber "Doktorant" eben das, was früher einmal ein unabhängiger Journalist getan hätte: Er kritisierte Grimes Darstellung scharf, aber durchgehend an der Sache orientiert und mit rationalen Argumenten.

In der öffentlich-rechtlichen Antwort darauf schnitt FUNK in einem Video – ganz ähnlich, wie Böhmermann das auf seiner Liste und Anders das in seiner Dokumentation tut – verrohte, bedrohliche, gewaltvolle und beleidigende Äußerungen gegenüber Grime und anderen FUNK-Mitarbeitern zusammen mit Zitaten des Doktoranten und stellte ihn so explizit als einen der größten "Hater" bei Youttube hin.

Das FUNK-Video eignet sich als Musterbeispiel für einen hochmanipulativen Journalismus, dem es um die diskursive Vernichtung von Gegnern und nicht um den Austausch von Gedanken und Positionen geht. Dies ausgerechnet auf einer Plattform, deren Sendungen sich ausdrücklich an Jugendliche richten.


Die Youtube-Videos des "Doktorant" findet man übrigens hier.



4. Wie Genderama vergangene Woche meldete, löscht der Online-Musikdienst Spotify Songs des Sänger R. Kelly aus den Playlisten, nachdem ihm Frauen vorgeworfen hatten, ihn "sexuell genötigt oder emotional missbraucht" zu haben. Verurteilt wurde der Sänger wegen keinem der Vorwürfe, die er mehrfach zurückgewiesen hat.

Durch diesen Erfolg ermuntert, fordern Feministinnen jetzt dieselben Maßnahmen gegen andere Musiker, gegen die es ebenfalls Vorwürfe gibt, darunter Chris Brown, die Red Hot Chili Peppers, Nelly, Eminem, Don Henley (The Eagles) sowie Steven Tyler und Ted Nugent (Aerosmith).



5. MeToo greift noch weiter durch: Jetzt wurde ein langjähriger Mitarbeiter des Baseballteams New York Mets gefeuert, weil aufgezeichnet wurde, wie er in einer privaten Unterhaltung über einen unanständigen Witz lachte.

Wenn mir nur irgendeine Gesellschaft als Vergleich einfallen würde, in der man befürchten musste, abserviert zu werden, wenn man sich über unerwünschte Witze amüsierte ...



6. Eine Feministin hingegen muss sich schon sehr viel mehr leisten, bis sich jemand überlegt, ob sie wirklich die ideale Repräsentatin für ein soziales Anliegen darstellt. So wurde jetzt der Einführungsvortrag der Feministin Clementine Ford (bekannt für ihre Statements "Tötet alle Männer!" und "Alle Männer müssen sterben!") auf einer Veranstaltung gegen häusliche Gewalt gecancelt, nachdem eine Petition dagegen mehr als 14.000 Unterschriften erreicht hatte. Die Veranstalter betonten, dass sie an Fords Äußerungen nichts auszusetzen hätten, aber eine große Kontroverse vermeiden wollten. Zu anderen bekannten Sinnsprüchen Fords gehören "Ich bade in Männertränen" sowie "Haben Sie heute schon einen Mann umgebracht? Und wenn nein, warum nicht?" Fords Äußerungen wurden von anderen Feministinnen vor allem auf Twitter begeistert übernommen.



7. Die Post. Einer meiner Leser antwortet auf den gestern von Genderama veröffentlichten Leserbrief zu den Vorwürfen des Antisemitismus gegen Professor Jordan Peterson:

Mit einigem Unverständnis habe ich gerade den heute von dir veröffentlichten Leserbrief zu Jordan B. Peterson gelesen. Das kann ich nicht so stehen lassen.

Der Autor sagt einerseits, Peterson sei kein Antisemit, um ihm dann genau das zu unterstellen. Er kritisiert, Peterson habe mit Marx und Derrida zwei Menschen jüdischer Abstammung kritisiert. Ja und? Die Tatsache, dass die beiden jüdischer Abstammung sind, spielt bei Petersons Kritik an ihnen überhaupt keine Rolle. Gleichzeitig äußert sich Peterson oft positiv über Freud und Popper, die ebenfalls jüdischer Abstammung sind, ohne dass dies auch bei ihnen eine Rolle spielen würde. Popper selbst hat sich sehr kritisch mit Marx auseinandergesetzt. Macht ihn das auch des Antisemitismus verdächtig, oder was auch immer uns der Autor hier mitteilen will?

Der Autor macht sich die Identitätspolitik zu eigen, gegen die Peterson ankämpft. Aus aufgeklärter Sicht - man könnte es auch "gesunder Menschenverstand" nennen –, spielt es für den Inhalt eines Arguments keine Rolle, welche Hautfarbe, Geschlecht, Religion der Absender des Arguments hat. Selbstverständlich kann man die Aussagen von Menschen jüdischen Glaubens ganz genau so kritisieren wie die Aussagen von Menschen jedes anderen Glaubens. Das ist kein Antisemitismus. Antisemitismus ist, wenn sich die Kritik nicht gegen die Aussagen einer bestimmten Person richtet, sondern wenn ein bestimmter Glauben, eine Kultur, eine Abstammung abgelehnt wird und aus dieser Ablehnung eine Ablehnung der Personen folgt, die damit assoziiert werden. Mit so etwas hat Peterson nichts zu tun, im Gegenteil! Daher sind Unterstellungen solcher Art absolut unangebracht.

Außerdem meint der Autor, Marx sei "für den politischen korrekten Postmodernismus in Wahrheit irrelevant". Nun, das ist falsch. Marx selbst war kein Postmoderner - offensichtlich - aber er hat die philosophischen Grundlagen dafür geliefert. Marx' Prämisse "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" ist es, die schließlich in Identitätspolitik und Standpunkttheorie mündet. Dieser Prämisse zufolge sind die Erfahrungswelten von Bürgerlichen und Proletariern exklusiv, sie können einander nicht verstehen. So prägt sich bei ihnen das jeweilige Klassenbewusstsein heraus, aus dem eine jeweilige, exklusiv den Klasseninteressen dienende Politik folgt. Das ist dann das, was Marx mit "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen" meint. Es geht immer um Macht und Unterdrückung - einen Interessenausgleich, Kompromisse, gegenseitiges Verständnis und Annäherung kann es dagegen nicht geben. Das ist Marx.

Und was ist Postmodernismus? Genau diese Idee, lediglich erweitert auch auf andere Gesellschaftsbereiche: "Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Geschlechterkämpfen" - mit den jeweiligen Konsequenzen; "Die Geschichte aller Gesellschaft ist die Geschichte von Rassenkämpfen" - in dieser Analyse sind sich postmoderne Linke und rechtsextreme Rassisten erstaunlich ähnlich. Und so wie Frauen, Schwarze und Muslims systematisch durch Männer, Weiße und Christen unterdrückt und ausgebeutet werden, lässt sich das auch auf Dicke, Behinderte, Trans- und Intergeschlechtliche und so fort anwenden. Das ist ziemlich genau die Marx'sche Analyse, lediglich auf andere Gesellschaftsbereiche angewandt.

Ist das gefährlich? Selbstverständlich! Denn natürlich sind die Lebenswelten der Menschen nicht so exklusiv wie dargestellt! Es ist möglich, sich mit Leuten anderer Hintergründe auszutauschen, sie ernstzunehmen, von ihnen zu lernen und Kompromisse herzustellen! Jeder Mann kennt eine Frau, mit der er sich besser versteht als mit vielen Männern. Ich, der ich aus einem protestantischen Arbeitermilieu stamme, habe im Laufe der Zeit sehr spannende und bereichernde Gespräche mit katholischen Unternehmersöhnen gehabt. Ich zähle auch Juden und Araber zu meinen guten Freunden. Wenn das nicht möglich wäre, dann wäre Demokratie nicht möglich! Genau das will uns die Marx'sche Lehre, und in ihrer Fortsetzung der Postmodernismus, aber weismachen: Es gibt die einen und es gibt die anderen und zwischen ihnen herrscht nichts anderes als ein Kampf um Macht.

Die Unterstellung, es handele sich bei Petersons Aussagen um eine "irrationale Verschwörungstheorie", ist schlicht falsch.

Dienstag, Mai 15, 2018

Feministische Expertin: "Eltern sollen Babys vorm Wechseln der Windeln um Erlaubnis fragen" – News vom 15. Mai 2018

1. Um ungewollte Intimkontakte zu unterbinden, sollen einer "Expertin" zufolge Eltern ihre Babys vor dem Windelwechseln um Erlaubnis bitten. Mehrere Medien berichten, darunter die Huffington Post und "20 Minuten". Aus dem zweiten verlinkten Artikel erfährt man, dass die Expertin Kritik an ihrem Ansatz schroff zurückweist: "Trollt mich so viel ihr wollt", erwidert sie. "Damit leugnet ihr aber die Aussagen aller Überlebenden von sexuellem Missbrauch."



2. Unter der Überschrift "Von Frauen gedemütigt, geschlagen, zum Sex gezwungen" berichtet die BILD-Zeitung über eine der wenigen Notunterkünfte für männliche Opfer häuslicher Gewalt. Der Artikel ist leider kostenpflichtig. Schon in seinen ersten Absätzen benennt er jenes Missverhältnis, das viele Männerrechtler seit Jahren ansprechen: "Das Bewusstsein, dass auch viele Männer Schutz brauchen, wächst nur langsam. Bundesweit gibt es 400 Frauenhäuser, aber kaum vergleichbare Einrichtungen für Männer."



3. In Australien wurde ein Berater entlassen, nachdem er einen Artikel teilte, der anhand zahlreicher Statistiken nachweist, dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt werden. Bettina Arndt berichtet, wie sich ihre eigene Einstellung geändert hatte:

Ursprünglich war ich glücklich, mich selbst als Feministin zu bezeichnen, die an die Gleichberechtigung von Männern und Frauen glaubt. An was ich nicht glaubte, war eine Gesellschaft, die Frauen auf Kosten der Männer begünstigen und Männer ständig verteufeln würde, dabei Gesetze kippte, um Männern ihre grundlegenden gesetzlichen Rechte zu rauben, um Frauen zu begünstigen. Das ist, was jetzt passiert.




4. Island hat das Vorhaben, Beschneidung auch bei Jungen zu verbieten, aufs Eis gelegt.



5. Ein Drittel der berufstätigen Männer in den USA könnten demnächst durch Roboter ersetzt werden.



6. Am 19. Mai findet das neunte Kuckucksvätertreffen in Karlsruhe statt.



7. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir zu dem auf Genderama zitierten Artikel zu der Debatte, ob Jordan Peterson Antisemitismus Vorschub leistet:

Es stimmt, dass Jordan Peterson in den letzten Monaten mehrfach gegen Antisemitismus und antisemitische Verschwörungstheorien argumentiert hat und dabei auch gute Artikel anderer Autoren verlinkt hat, die sich gegen die biologistisch begründete antisemitische Theorie des rechten Ideologen und Vertreters der rechten Anti-Kulturmarxismus-Ideologie Kevin B. MacDonald richten.

Jordan Petersons eigene irrationale Verschwörungstheorie überschneidet sich bezüglich bestimmter Inhalte aber trotzdem bis zu einem gewissen Grad mit manchen in den USA gängigen antisemitischen Verschwörungstheorien.

Jordan Peterson nennt als wichtigste Ideengeber für den politisch korrekten Postmodernismus in einem seiner Videos Karl Marx und Jacques Derrida, zwei Philosophen jüdischer Herkunft. Ihre Positionen werden von Jordan Peterson in diesem Video außerdem falsch dargestellt, und der französische poststrukturalistische Philosoph Jacques Derrida wird von Jordan Peterson in dem Video als gefährlichster Mensch im 20. Jahrhundert nach Hitler, Stalin und Mao dargestellt (eine der extremsten Verleumdungen, die ich je gehört habe).

Der reale Jaques Derrida war hingegen offenbar friedlich, demokratisch, menschenrechtlich engagiert, auf persönlicher Ebene sympathisch und er hat einen Ansatz für eine Ethik der zivilisierten Diskussion entwickelt. Karl Marx ist für den politischen korrekten Postmodernismus in Wahrheit irrelevant. Jacques Derrida ist hingegen für den politisch korrekten Postmodernismus tatsächlich wichtig, aber nur weil die postmoderne Political Correctness im Zuge einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption und Interpretation des französischen Poststrukturalismus entstanden ist und dabei unter anderem auch Aspekte aus dem Werk von Jacques Derrida instrumentalisiert wurden.

Die wichtigsten Ideengeber der Zerstörung der westlichen Zivilisation durch die postmoderne Political Correctness sind Peterson zufolge also zwei Denker jüdischer Herkunft, Karl Marx und Jacques Derrida. Das werden Antisemiten natürlich gerne hören und auch Vertreter der antisemitischen rechten Anti-Kulturmarxismus-Ideologie erwähnen Karl Marx und Jacques Derrida in ihren Schriften.

Es ist meines Erachtens nicht legitim Jordan Peterson als Antisemiten zu bezeichnen, aber es ist sehr wohl legitim darauf hinzuweisen, dass sich seine irrationale Verschwörungstheorie bezüglich bestimmter Inhalte mit bestimmten antisemitischen Verschwörungstheorien bis zu einem gewissen Grad überschneidet.

Eine Ablehnung von Kollektivschuldtheorien sollte übrigens selbstverständlich sein, gerade für Linke.


Professor Peterson hat inzwischen auf den Artikel reagiert, der ihn in Verbindung mit Antisemitismus bringt. Das Magazin, das Peterson angriff, hat daraufhin einen Gegenartikel der liberalen, männerfreundlichen Feministin Cathy Young veröffentlicht: Nein, Jordan Peterson ist kein Antisemit.

Sonntag, Mai 13, 2018

Diskriminierte Väter, gequälte Frauen und Hass auf Juden – News vom 13. Mai 2018

1. Diskriminiert Norwegen seine Väter? fragt die "Neue Zürcher Zeitung". Dem Artikel zufolge ist das offensichtlich – und warum auch ausgerechnet Norwegen nicht?



2. Der bekannte Väterrechtler Franzjörg Krieg schreibt einen offenen Brief an die Richterin des Bundesverfassungsgerichts Professor Susanne Baer.



3. In Großbritannien ziehen immer mehr Frauen ihre Scheidungsanträge zurück, seitdem sie damit finanziell weniger heraus schlagen können.



4. In Seattle gibt es ein neues Dörfchen mit Unterkünften für Obdachlose – allerdings ausschließlich für Frauen. "Manche von ihnen fühlen sich wohler, wenn sie es nur mit Geschlechtsgenossinnen zu tun haben", erklärt die Betreiberin.



5. Der Guardian ist befremdet über die momentane Flut an Büchern über dystopische Gesellschaften, in denen Frauen gequält werden, um so auf die Unterdrückung von Frauen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen: Beispielsweise werden in einer dieser Geschichten Frauen mit Armbändern ausgestattet, die Elektroschocks auslösen, wenn sie mehr als 100 Worte pro Tag sprechen. Die Parallelen zu unserer Gesellschaft sind offenkundig.



6. Der Star, eine Zeitung aus dem kanadischen Toronto, argumentiert, dass sexuelle Übergriffigkeit nichts mit dem (männlichen) Geschlecht, sondern vielmehr mit Macht zu tun habe:

Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Beschwerden gegen Frauen in etwa mit der Zahl der Frauen im Parlament übereinstimmt. Knapp ein Drittel der Sitze im Parlament sind von Frauen besetzt, und ein Drittel der Belästigungsfälle im neuen Berichterstattungssystem des Parlaments drehen sich um Frauen als beschuldigte Belästiger.




7. Wir müssten sowieso dringend über toxische Weiblichkeit sprechen.



8. Das liberale Magazin Reason widmet sich einem Fall, in dem eine Studentin sexueller Gewalt gegen ihren Kommilitonen beschuldigt wird, und hat eine Theorie anzubieten, wie es zu diesem speziellen Vorwurf kam:

[Der männliche Beschwerdeführer] wachte auf, erkannte, dass die beiden sexuelle Aktivitäten unternommen hatten, während sie beide betrunken waren, und fürchtete, dass seine Kommilitonin eine Beschwerde gegen ihn einreichen würde, wie sie es bei seinem Freund getan hatte. In Panik versetzt, fühlte er, dass er keine andere Wahl hatte, als ihr zuvorzukommen. Und tatsächlich: Wenn Sie befürchten, dass Sie Gegenstand einer entsprechenden Untersuchung werden, kann die optimale Strategie sehr wohl darin bestehen, die erste Beschwerde einzureichen.


Wenn diese Strategie Schule machen sollte, wurden männliche und weibliche Studenten mit den geltenden Regeln stärker gegeneinander aufgehetzt als je zuvor.



9. "Ermöglicht Jordan Peterson Judenhass?" fragt das Magazin "Forward" und schneidet Fotos von Adolf Hitler und Jordan Peterson bei ihren Auftritten gegeneinander. Der Artikel erörtert, ob Peterson ein Stichwortgeber für Antisemiten sei:

Peterson hat [seine hohe Prominenz] nicht erreicht, indem er über jüdische Themen sprach. Sein Hauptanliegen ist es, gebrochene Männlichkeit zu heilen, und seine Hauptanhängerschaft sind die jungen Männer, die ein solcher Schwerpunkt anspricht. Peterson ist bei weitem nicht so giftig wie verschiedene andere Internet-Kulturen, etwa die "Incels", die Frauen Vorwürfe machen - und sie manchmal ermorden -, weil sie keinen Sex haben. Doch hinter der Rolle der Vaterfigur, die er spielt, verbergen sich dunklere Auseinandersetzungen mit Hitler, Marxisten und der "radikalen Linken" auf dem College-Campus. Dort können seine Lehren Verschwörungstheoretiker und Fanatiker füttern.

(...) Peterson wendet sich gegen den Hass auf Juden, sagt er, und behauptet, linke Medienvertreter hätten versucht, ihm zu schaden, indem sie ihn mit weißen Rassisten in Verbindung brachten. Er hat weiße Rassisten beschuldigt, einen "krankhaften Rassenstolzes" zu vertreten, und geschrieben, dass "Identitätspolitik" - die Idee, die den weißen Nationalismus antreibt - "fehlgeleitet" ist.

Peterson erklärte gegenüber dem "Forward", er müsse die Frage des jüdischen Einflusses beantworten, um die antisemitischen Verschwörungstheorien der extremen Rechten zu untergraben. Andere Gelehrte halten das nicht für eine gute Strategie.

Er sprach das Thema mehrmals öffentlich und online an, zuletzt in einem Blogbeitrag auf seiner Website, als er über den jüdischen IQ sprach. Er sei überdurchschnittlich hoch, sagte Peterson, und das gilt auch für Menschen in Machtpositionen. Deshalb seien Juden in der kulturellen und finanziellen Elite der Welt angemessen vertreten. Peterson erwähnte Antisemitismus nicht direkt in diesem Vortrag, aber er dachte darüber nach, sagte er.

"Man kann annehmen, dass sie intelligent sind und eine Kultur des Lernens haben, oder man kann denken, dass es eine Art Verschwörung gibt", sagte Peterson dem Forward. "Wenn ich also in das Hornissennest schlage, könnte ich es genauso gut auf der Seite treffen, die den Wind aus den Segeln der Rechtsextremen und ihrem idiotischen Antisemitismus nimmt."

Petersons Bereitschaft, Fragen über "jüdischen Erfolg" und sein Interesse an Literatur über den IQ zu beantworten, ist "verdächtig", sagte Deborah Lipstadt, Professorin für Geschichte an der Emory University und Autorin von "Das Leugnen des des Holocaust", die in Großbritannien eine Verleumdungsklage gegen den bekannten Holocaust-Leugner David Irving gewann.

Lipstadt sagte, dass Petersons Aussagen zur jüdischen Intelligenz sie an Kevin MacDonald erinnerten, einen Professor für Psychologie, den das Southern Poverty Law Center als "den Lieblingsakademiker der Neonazi-Bewegung" bezeichnet hat. MacDonald hat mehrere Bücher geschrieben, die die jüdische intellektuelle Kultur kritisieren. (Peterson verweist auf eine Kritik an einem von MacDonalds Büchern am Ende seines Blogeintrags über jüdische Intelligenz.) Lipstadt sagte, MacDonalds akademische Sprache verdecke den Antisemitismus hinter seinen Meinungen. Sie sei besorgt, dasselbe treffe auf Peterson zu.

"Es ist nicht Holocaust-Leugnung, aber wenn die Leute anfangen, solche Fragen zu stellen, fange ich an, misstrauisch zu werden", sagte Lipstadt. "Die Frage ist, ist er ein Selbsthilfeguru, der den Holocaust als einen bequemen Weg findet, um Aufmerksamkeit zu erregen, oder gibt es hier ernsthafte Überlegungen?"

(...) Peterson sagt, er sei seit seiner Jugend mit dem Holocaust beschäftigt. Er erzählte einmal einem Publikum, dass er im Alter von 13 Jahren einen Aufsatz über Auschwitz schrieb. In "Maps of Meaning", seinem Buch von 1999, schreibt er, dass er seine Karriere darauf gründete, zu verstehen, was faschistische Regime wie die Nazis antreibt. "Ich konnte keinen Sinn in der menschlichen Neigung zu glaubensinspirierter Gewalt machen", schrieb er.

Peterson glaubt, dass der Gruppenzwang fast immer stärker ist als der innere moralische Kompass. Jeder habe es in sich, Hitler zu sein, wenn er genug Macht hat, behauptet er.

"Wenn Sie denken, dass Sie nicht in Versuchung gerieten, wenn 20 Millionen Menschen Sie anbeten würden, dann kennen Sie sich selbst überhaupt nicht", erklärte Peterson gegenüber dem "Forward".

Er glaubt auch, dass fast jeder ein Nazi geworden wäre, wenn er ein Deutscher wäre, der unter Hitler lebte – dass "alle am Holocaust teilnahmen".


Faszinierend. Hierzulande gilt es als Beleg für unbelehrbar rechte Gesinnung, wenn man die Kollektivschuldthese ablehnt. Anderswo ist das Gegenteil der Fall.

"Sein Publikum ist ohne Zweifel ein großer Teil der Menschen in der Neuen Rechten [im Original: "Alt Right"], und das ist die Art von Signalwirkung, die sie ansprechen würde", sagte Heidi Beirich, die Leiterin des Intelligence Project am Southern Poverty Law Center. "Wenn Sie leichtfertig mit dem Thema umgehen, werden Sie als möglicher Verbündeter bei der Holocaust-Leugnung angesehen."

Peterson gibt zu, dass er kein rosiges Bild von der menschlichen Natur hat. Aber er hat ein viel besseres Bild vom Potenzial der Menschheit, aus ihren Fehlern zu lernen. Er glaubt, dass eine ausreichende Holocausterziehung der Schlüssel zur Verhinderung von Völkermord ist. In der Tat, sagt er, der Grund, warum es weiterhin zu Völkermorden kommt, ist, dass die Erziehung zum Holocaust nicht gut genug ist. Die Leute verstehen nicht, dass er ein Symptom, kein Ausreißer des menschlichen Verhaltens ["a feature, not a bug of human behavior"] war.

"Er wurde nicht in tiefes und praktisches psychologisches Wissen umgewandelt", fügte Peterson hinzu. "Man sieht es an der Zunahme des öffentlich akzeptierten Antisemitismus in den letzten fünf bis zehn Jahren. Was auch immer wir von dieser Erziehung verstanden haben, es war nicht genug."

Aufklärung über den Holocaust ist keine Wunderwaffe, befindet Sander Gilman, Professor für Geschichte an der Emory University, der ausführlich über Antisemitismus geschrieben hat. Die Lehre über den Nationalsozialismus und den Holocaust sei äußerst wichtig, sagte Gilman. Aber sie erklärt nicht den modernen Antisemitismus und kann ihn nicht verhindern.

"Wenn Sie eine Fantasie haben, dass das eine Art Impfung gegen Hass sein wird, ist das herrlich naiv", sagte Gilman. "Der Aufstieg des Antisemitismus heute hat mit der heutigen Situation zu tun."

(...) Peterson hatte wiederholt erklärt, dass die Welt, anstatt Juden zu misstrauen, dankbar sein sollte, dass es so viele jüdische Genies gibt.

"Sie sind eine Ressource, die man nicht verschwenden sollte", sagte er.


Nachdem jetzt geklärt wurde, dass Jordan Peterson ein Judenhasser ist, wird demnächst vermutlich ein Artikel extrapolieren, dass das auf die gebrochenen jungen Männer, für die Peterson spricht, genauso zutrifft. Potentielle Massenmörder sind sie alle ja sowieso schon.

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